„Wechselrahmen“ - Im Juni 2014 startete der Kulturverein artisse mit der Schaufenster-Galerie sein neues Format:

Was wäre ein Haus der Kultur ohne Kunst? Seit Juni 2014 verbindet sich das FORUM Merzhausen in Form einer Schaufenster-Galerie unter dem Titel „Wechselrahmen“ noch enger mit der Kunst:

In einer Art Wechselausstellung bestückt der in Merzhausen ansässige Kulturverein artisse alle drei Monate die Wände des Foyers im Eingangsbereich mit ca. fünf großformatigen Bildern je einer ausgewählten Künstlerin oder eines Künstlers. Die Werke sind, da es sich um Großformate handelt – sei es beim Flanieren entlang des Platzes, beim Einkaufen auf dem Samstagsmarkt, beim Stehen an der Ampel oder Vorbeifahren mit dem PKW – rund um die Uhr von außen sowie natürlich während der Veranstaltungen oder nach Absprache zu besichtigen.

Hinter diesem neuen Format steht die Idee, Kunst an einem alternativen Ort des öffentlichen Raums zu präsentieren. Auf diese Weise wird das großzügig verglaste Foyer des FORUM Merzhausen zu einer Art Schaufenster, das zwischen dem Alltag und der Kunst eine Verbindung herstellt. Die Menschen können so der Kunst unvoreingenommen gegenübertreten, da sie ihnen aus dieser Perspektive wie zufällig begegnet.

AKTUELL:

„Wechselrahmen“ artisse Schaufenster-Galerie #9 zeigt:

Gabriele Ewels-Hurka - Malerei

1. Februar bis  30. April 2017

Künstlergespräch: Sonntag, 2. April, 11 – 13 Uhr

Foyer Forum Merzhausen

Gabriele Ewels-Hurka, o.T., 2015, Acryl auf Holzplatte, 30 x 70 cm

Um die Farben zur Geltung zu bringen, bevorzugt Gabriele Ewels-Hurka auf ihren Bildern streng abgegrenzte Felder. Dem expansiven Drang ihrer Materie trägt die Künstlerin Rechnung, indem sie Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs bemalt. So wählt sie beispielsweise aus Baumarktsortimenten zur Weiterverarbeitung vorgesehene Möbelelemente, um zu demonstrieren, dass Farben nicht nur die Oberflächen verändern, sondern zugleich den Charakter der Dinge insgesamt. Durch den Einsatz einer stets nuancenreichen Farbpalette verwandelt sich ihr Rohmaterial in Kunstobjekte.

Einzel- und Gruppenausstellungen | Auswahl:
Galerie Krohn, Badenweiler; versch. Einzel- und Gruppenausstellungen Galerie k in Grunern (später Haus der modernen Kunst); Kunstverein March (GA); Merdinger Kunstforum und Denzlingen, Kulturkreis (EA)

Kontakt: gabi.e-h@gmx.de

Gabriele Ewels-Hurka, o.T., 2015, Acryl auf Leinwand

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #8 zeigt:

Roland G. Knoll - Fotografie

12. September bis 24. November 2016

Künstlergespräch: Dienstag, 25. Oktober, 19 - 21 Uhr

(Moderation: Susanne Meier-Faust)

Roland G. Knoll, Smaragd und Gold, 1998 | 4-teilig (aus der Serie INSEQSENSE) | C-Prints in gestörter Sequenz, Auflage 7 | 75 x 200 cm

Ausgehend von Naturmotiven hat Roland G. Knoll Fotografie entwickelt, die überwiegend seriell und in ruhigen Motiven gestaltet ist. Zusammengestellt zu Großformaten, zeigen sich die Bildelemente mit ihren Strukturen als Wiederholungen des scheinbar Gleichen, sind aber in wahrnehmbaren Nuancen verschoben. So lassen sich innere Spannung und leise Dynamik nachvollziehen. Auch das Thema Zeit ist auf verschiedenen Ebenen einbezogen. Mit seinen Wassermotiven lässt uns Roland G. Knoll in das Element Wasser eintauchen, ebenso wie er unseren Blick in die Himmelsbilder regelrecht hineinzieht. Zugleich besitzen diese Bilder einen hohen Abstraktionsgrad und eine klare Ästhetik.

 

Die Ausstellung wird von Susanne Meier-Faust (Kunsthistorikerin M.A.) kuratiert.

Vita: Roland G. Knoll - Fotoarbeiten

geboren 1948 in Kiel

  • 1970-71 - Freie Kunst, Muthesius-Werkkunstschule Kiel, Einladung zur Bildhauerei bei Prof. Jan Koblasa
  • 1972-78 - Studium Architektur und Freie Kunst, Fachhochschule für Gestaltung Kiel Diplom Architektur
  • Seit 1980 - Ausstellungen mit Installationen, Performances, Video, Fotografie
  • Seit 2000 - Freischaffender Künstler und Architekt in Sulzburg
  • 2011 - Eigene Galerie in Leipzig 

Einzel- und Gruppenausstellungen | Auswahl:

  • 1998 - „Zwischen den Himmeln“, Fotoarbeiten, Objekte, Videoinstallation,
  • Galerie Robert Keller, Kandern 
  • 2001 - Foto-Bodeninstallation und Videoinstallation, Alter Schlosskeller,
  • Sulzburg (mit Vera Peter)
  • „Bildschönes“, Fotoarbeiten aus der Serie INSEQSENSE, Markgräfler Museum, Müllheim
  • 2003 - „multiple joy“, Fotoinstallation „Ich pflücke die Sterne aus der
  • Dreisam“, Kunstraum Markus Foth, Freiburg
  • 2006 - „40 Jahre mit der Kamera“, Fotoarbeiten, Galerie Winzerhof Ebringen
  • 2007 - Zur Veranstaltungsreihe „Wasser, Mythos und Musik“ Fotoarbeiten aus der Serie INSEQSENSE, Elisabeth Schneider-Stiftung, Weinschlösschen Freiburg (Hängung im Gewölbekeller bis 2010)
  • 2011 - „schwarz, grau, weiß und c“, Objektinstallation und Plastik im
  • Rahmen der von R.G. Knoll kuratierten Gemeinschaftsausstellung,
  • Galerie K ll, Leipzig

 

Öffentliche Ankäufe Fotografie:

  • 1994 - GAGFAH Wohnbau Freiburg und GAGFAH Zentrale München
  • 1998 - Regierungspräsidium Freiburg für die Oberfinanzdirektion
  • 2000 - Fotokunstsammlung der DG- Bank, Frankfurt/ Main, heute DZ- Bank, Ankauf von fotografischen Arbeiten aus der Serie INSEQSENSE

 

kunst und raum * konzept | galerie k ll
roland g. knoll | hauptstr. 64 | 79295 sulzburg

roland-knoll@web.de 

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #7 zeigt:

Karl Streicher - Malerei

1. Mai bis 24. August 2016

Künstlergespräch: 10. Juli, 11 bis 13 Uhr, Foyer, FORUM Merzhausen

Karl Streicher, o.T., 2015, 120 x 170 cm, Öl / Emulsion auf Leinwand

Stark beeinflusst von informeller Malerei und Tachismus, setzt Karl Streicher auf die unmittelbare Niederschrift. Mauerreste, Oberflächen-verletzungen und Mikrostrukturen aus dem Kulturraum dienen als Inspirationsquelle und inneres Archiv für seine lyrisch-abstrakten Bilder. Übermalte Untergründe werden durch Schaben und Kratzen freigelegt, die Selbständigkeit des Materials und der Umgang mit Farbmaterie beeinflussen den Verlauf von Impulsen und entfalten so ihre farbig-expressive Diktion.

 

www.karl-streicher.de

Vita: Karl Streicher

geboren 1959 in Freiburg

Malereihandwerk, Studium der Archäologie in Freiburg

Seit 1996 freischaffend

 

Einzel- und Gruppenausstellungen | Auswahl

2015    Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen

2014    artist in residence, Villa Fontaine, Antibes (F) 

2012    Museum für Stadtgeschichte, Freiburg

2011    Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg

2010    Gruppenausstellung »sichtbar werden«, L6, Freiburg Monestiès (F

2008    Gruppenausstellung, Kunsthalle Basel

… u.v.a.

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #6 zeigt: Regine Pustan - 1. Febr. bis 30. April 2016

Künstlergespräch: 6. März, 11 bis 13 Uhr, Foyer FORUM Merzhausen

Regine Pustan, o.T., 2011, Acryl/Leinwand, 120 x 150 cm

Regine Pustan befasst sich seit 2003 mit dem Bildthema „Fassaden“. Warum Fassade? „Sie erheben sich in steiler Sicht über den Betrachter, ganz auf die frontale Ansicht gerichtet, ohne den geringsten Hinweis auf ein Dahinter zu geben. Das fremde Haus wird zum Anlass von Malerei. Eine stille alltagsentrückte Fassadenwelt – zwischen Dokumentation und magischem Realismus – atmet latente Bedrohung und Geborgenheit. Mit Hell-Dunkel-Kontrasten, Simsen und Absätzen bilden sie stark gegliederte Fronten, die den Blick verstellen. Die Licht spendende Funktion des Fensters wird durch die Kontraste einerseits betont, weist aber auch auf ein diffuses Inneres hin.“

 

www.regine-pustan.de

Vita:

Malerei, Druckgrafik

 

1952 geboren in Freiburg

1992 – 1995: Freie Hochschule für Bildende Kunst Freiburg | Druckgrafik bei Bodo Korsig

Mitglied GEDOK Freiburg, BBK Südbaden, Frauenmuseum Bonn

Lebt und arbeitet in Freiburg

 

Einzel- und Gruppenausstellungen | Auswahl

2015   Merci!, Kunst in der Villa, Waldshut - Tiengen

2015   Malerei, Delcanto, Kultur & Bürgerhaus, Denzlingen, E

2014   Druckgrafik, Gleis 1, Hugstetten

2014   1001 Farbe der Architektur, Amtsgericht Freiburg

2014   Kunst-Stoff-Wechsel, Karl-Rahner Haus, Freiburg

2013   turbulent Achterbahn der Kunst Neues Rathaus Leipzig GEDOK, K

2013   Richard Wagner Neues Rathaus Bayreuth Kunstverein Bayreuth, K

2013   Achtung Spannung  Ld.reg. Baden-Württ. Stuttgart, GEDOK  

2012   Malerei  Selestat  Galerie la ligne bleue Frankreich

2011   Wo ist Sophia? Die Weisheit des Leibes,

  Frauenmuseum Bonn GEDOK, K

2010  1810-2010- und die Romantik lebt! Kulturebene Hannover

 

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #5 zeigt: Alexandra Centmayr - 1. Sept. bis 1. Dez. 2015

„Bäume blaurot“, Öl auf Leinwand, 145 x 230 cm

„Meine Malerei basiert auf vielschichtigen Abstraktionsprozessen. Sie nimmt meist in figurativen Konstellationen oder Strukturen der unmittelbaren Umgebung ihren Ausgangspunkt. Durch serielles Arbeiten, Schichtungen, Überlagerungen entfalten sich eigene Farbräume. Die Wiederholung verfeinert den immer wieder neuen Blick auf die Ausgangssituation.

                      

Dieser meditative Prozess erlaubt ein sukzessives Kennenlernen, eine intime Annäherung an das Sujet. Das Sehen intensiviert sich. Der individuelle Charakter jedes einzelnen Bildes prägt sich in der Reihung aus.

                      

Meine Zeichnungen haben hingegen tagebuchartigen Charakter. Aus sparsamen Linien und reduzierter Farbigkeit setzen sich die meist organischen Objekte zusammen. Linien werden zu Konstruktionen und entwickeln Leben. Die Formate meiner Bleistift- und Tuschezeichnungen reichen von Postkartengröße bis hin zu wandfüllenden Dimensionen und raumgreifenden Fadenzeichnungen.“ (Alexandra Centmayer)

 

www.alexandracentmayer.com

Vita:


1996 - 1998: Hochschule der Künste, Berlin | Meisterschülerklasse Leiko Ikemura

 

1990 - 1996: Kunsthochschule Kassel | Studium Freie Kunst | Diplom bei Prof. Dorothee v. Windheim, Prof. Urs Lüthi

 

1992: Universidad Complutense de Madrid | Facultad de Bellas Artes | Erasmus – Stipendium

 

Mitgliedschaften: BBK, GEDOK


Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 2015 Von der Sonne gezeichnet (sunWorks), Bauhaus Dessau
  • 2014 Überall und Nirgendwo, Galerie Augustinum Freiburg
  • 2013 Lichtflügler (sunWorks), Kunstkiosk Ehrenkirchen
  • 2013 Dancing Brooms, SunPlugged Festival, Mumbai
  • 1997 Raumzeichnung, Galerie K2 Berlin
  • 1996 Folia Florum, Galerie Stellwerk im Kulturbahnhof Kassel

 Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 2015 Ostrale`O15 Dresden
  • 2015 OutsideInside, F58, Freiburg
  • 2015 Donaueschinger Regionale
  • 2015 Kunstpreis Schramberg, Stadtmuseum Schloss Schramberg
  • 2015 Überfluss und Mangel, RWE-Tower, Dortmiund
  • 2015 Schnittmengen, Kunsthaus L6 Freiburg
  • 2014 Kunst-Stoff-Wechsel, Karl Rahner Haus, Freiburg
  • 2014 EnergieWendeKunst, silent green Kulturquartier, Berlin,
  • 2014 1001 Farbe der Architektur, Architekturforum Freiburg
  • 2014 2041 Endlosschleife, Württembergischer Kunstverein Stuttgart
  • 2014 Art, Material and Sustainability, Group Global 3000, Berlin
  • 2013 Augenblicke, AKK Ehrenkirchen
  • 2013 Das Antlitz!, Württembergischer Kunstverein Stuttgart
  • 2013 Heimat 2013, Alte Feuerwache Dessau  
  • 2013 Debut 2013, VHS-Galerie Freiburg 
  • 2013 Handzeichnung, Künstlergilde Ulm

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #4 zeigt:

Lydia Leigh Clarke - 5. Mai bis 31. August 2015

Die Versunkenheit in die Natur und ihre Geräusche – all dies strahlen Lydia Leigh Clarkes Werke aus. Hierbei gelangte die Künstlerin von der (reinen) Abstraktion in ihren frühen Bildern zu einer gewissen Gegenständlichkeit – normalerweise verhält es sich in der Malerei genau umgekehrt.


Sie selbst empfindet ihre Bilder allerdings nicht als gegenständlich; vielmehr führt sie mit der Realisation von Gefäßen, Tieren, Landschaften – zwischen Gegenstand und Abstraktion hin und her lancierend – die Fremdheit des Wirklichen vor Augen. Dadurch sind diese Werke geprägt von großer Mystik und erlangen eine ›zeitlos ferne Präsenz‹.
Changierende Farbfelder korrespondieren mit linearen Strukturen. Die auf den Bildern zu sehenden Objekte sind zwar erkennbar, jedoch nicht greifbar. Vielmehr scheinen diese Gefäße, die sich je nach Betrachtung und Standpunkt stets verändern, für etwas ganz anderes zu stehen.

Vita:
Geboren in Los Angeles, California, USA.  Aufgewachsen im Stadtteil Tujunga. Bachelor of Arts, Speech Communication California State University, Northridge / 1978-1983 Los Angeles Philharmonic Orchestra Publicity Department / Seit 1983 in Deutschland; 1984-1988 Studium der Malerei bei Paul Pollock, Freiburg / Seit 1988 selbständig künstlerisch tätig. / Seit 1995 Leiterin des Ateliers für Malerei in den “Räumen für Kunst und Therapie, e.V.”, Freiburg /  GEDOK Mitglied, BBK Mitglied.

http://www.lydia-leigh-clarke.com
art@lydia-leigh-clarke.com

"Wechselrahmen" artisse Schaufenster-Galerie #3 zeigt:

Grit Schumacher - "Farbräume" | 1. Februar bis 30. April 2015

Vom 1. Februar bis 30. April werden im FORUM Merzhausen Bilder von Grit Schumacher zu sehen sein.


Deren malerisches Geflecht besteht aus horizontalen und vertikalen Farbbahnen und Überlagerungen von Farblasuren, die an manchen Stellen Einblicke in tiefere Farbebenen freigeben und so die Illusion einer Farbräumlichkeit entstehen lassen.

Grit Schumacher: 1948 geboren in Österreich, lebt und arbeitet seit über 30 Jahren in Wittnau. Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und Österreich, darunter 1991 Merzhausen im Dezember im Rathaus. 2008 Kunstpreis des Landkreises. Zahlreiche Ankäufe von Landkreis, Regierungspräsidium, Stadt Staufen u.a.

Die Schaufenster-Galerie Wechselrahmen #3 zeigt vier großformatige Arbeiten aus der Werkgruppe „Farbräume“, Acrylmalerei auf Leinwand 2008.

www.grit-schumacher.de

„Wechselrahmen“ artisse Schaufenster-Galerie #2 zeigt: 

Ruth Gast  - vom 8. September - 28. November 2014

Im Werk von Ruth Gast dominiert die Figur. Es zeigt eine für die heutige Zeit ungewohnte Ernsthaftigkeit, die dennoch alle Facetten des menschlichen Ausdrucks zu wahren versteht. Zugleich wirken ihre Ölbilder aufgrund des großen Farbspektrums fröhlich, südländisch, ja - geradezu exotisch; umso mehr, da sich die Malerin auf ungewöhnliche Sujets kapriziert, die nicht selten von hintergründiger Mystik sind.


Der Einfluss des Expressionismus ist in Ruth Gasts Werken unverkennbar – Künstler wie Pablo Picasso, Max Beckmann, Otto Dix und (in Farbigkeit und Hinwendung zu Selbstbildnissen) auch Frida Kahlo kommen einem in den Sinn. Dennoch weisen Ruth Gasts Werke eine absolut eigenständige Gestaltung auf: In kraftvoll gekonnter Farbgebung und spannungsvoller Rhythmik werden autobiographische Impulse in Allgemeingültigkeit überführt.

Ruth Gast studierte 1984-89 an der Hochschule der Künste in Berlin bei Prof. Diehl und Prof. Kaufmann Malerei und ist seitdem häufig im In- und Ausland in Ausstellungen vertreten.


www.atelier-gast.de – info@atelier-gast.de

„Wechselrahmen“ artisse Schaufenster-Galerie #1 

Léonie von Roten - 1. Juni bis 31. August 2014

Léonie von Roten eröffnet mit einigen Schilder-Reliefs die neue Reihe.


Schilder sind immer eine Art Indikator; mit ihren Verboten, Weisungen oder Empfehlungen sagen sie viel über die Gemeinschaft aus, die sie aufstellt. Wie so oft in Léonie von Rotens Werk haben diese drei überdimensionalen Schildtafeln mit den vielsagenden Titeln „keinmensch“, „keinbaum“, „keintier“ unseren künstlichen, manchmal lebensfeindlichen urbanen Lebensraum zum Thema – weshalb deren viertes in dieser Reihe lapidar „keinleben“ heißen müsste.

Große Aluminiumplatten dienen als Projektionsflächen. Die Figuren erinnern in ihrer Typisierung zwar irgendwie an übliche Schilder, erweisen sich bei genauerem Hinsehen aber in ihrer Gestaltung weitaus sinnlicher, „drolliger“ und filigraner – ein Spiel mit der Schilderästhetik, dem auch die zarte Farbabstimmung der aufgesetzten Figuren angepasst ist.
Dadurch, dass die Hintergründe in grellgrünem Hochglanz, die Figuren als das eigentliche Motiv hingegen sanft-grün-mattiert dargestellt sind, ergibt sich wiederum eine Verkehrung von Priorität und Bedeutung. Eine schlaue Strategie der Künstlerin, erzeugt mit großer technischer Fertigkeit und zugleich einer überaus feinen Ästhetik.

Auch mit der Reihe „Lasset die Kinder…“ trifft Léonie von Roten mitten ins Herz unserer Gesellschaft. So besitzen die Schilder, deren ursprüngliches Schutz-Motiv „Achtung Kinder!“ wir (wiewohl auf dreieckigen Schildern) aus unseren Kindertagen kennen, nicht zufällig einen kardinalsroten Hintergrund. Gepaart mit den orangefarbenen Verbotszeichen ruft dieser unmittelbar jene Beklemmung der Verdrängung des so lange tabuisierten Themas hervor, das längst sämtliche Medien beherrscht.
“Lasset die Kinder… I bis IV“ sind die Reliefs überschrieben (zu sehen sind im FORUM zwei der Bilder). Mal werfen sich die signalfarbenen Verbotszeichen wie Knüppel zwischen die Beine der Kinder, mal stülpen sie sich wie Gloriolen über die Kindshäupter – das des Mädchens mit dem wohlbekannten Zopf in Kreuzform –, dann wieder verklumpen sie die Tränen im Hals zu einem Kloß, bis am Ende nur noch die Isolation des sich nicht Mitteilen-Dürfens bleibt.
Das unschuldige Weiß der Kinderfiguren wird von einem schmalen grünen Schatten umrissen. Dieser farbliche Gegensatz zwischen dem rostig patinierten Kardinalsrot (Vergessen) und dem frischen Immergrün der Kinderschatten (unentrinnbare Erinnerung) scheint das Vergessen zu konterkarieren und die an ihnen verübte Gewalt stets in ihre Gegenwart mitzutragen. (Friederike Zimmermann)

www.leovonroten.de
info@leovonroten.de